Dokumente zu Spiritual Care

Indikationen-Set für Spiritual Care und Seelsorge

Wann könnte bei einem Patienten ein spirituelles Bedürfnis vorliegen? Welche religiöse Ressource einer Bewohnerin könnte bei ihrer Unterstützung berücksichtigt werden? In welchen Situationen könnte eine Gesundheitsfachperson eine Fachperson der Seelsorge beiziehen? Zur Klärung dieser Fragen hilft ein neues Indikationen-Set, welches von Fachpersonen der Seelsorge im Dialog mit Gesundheitsfachpersonen entwickelt wurde, mit wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Traugott Roser, Münster (2019).

Mitarbeitende von Gesundheitsberufen nehmen Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Patientinnen und Patienten wahr, welche die Spiritualität berühren. Das Indikationen-Set bietet ein praktikables Instrument an, um spirituelle Bedürfnisse rascher und zielgerichteter zu identifizieren. Es formuliert wichtige spirituelle Themen auf den vier Ebenen Sinn, Transzendenz, Identität und Werte. Das Indikationen-Set kann in einer Kurzfassung (1 Seite A5) und einer für die Weiterbildung geeigneten Langfassung (2 Seiten A4) heruntergeladen werden.


Verhältnisbestimmung zwischen Spiritual Care und Seelsorge

Die Spezialseelsorge der reformierten und katholischen Kirchen im Kanton Zürich hat 2019 ein Thesenpapier verabschiedet: «Spiritual Care und Seelsorge im Kontext von Gesundheit und Krankheit. Eine Verhältnisbestimmung».Das zweiseitige Papier formuliert in sechs Punkten, wie kirchliche Seelsorge als spezialiserte Spiritual Care zu verstehen ist.


Zwei Grundlagendokumente

Unter dem Dach von palliative ch sind zwei Grundlagendokumente zu Seelsorge und Spiritual Care erarbeitet worden.

Leitlinien Seelsorge als spezialisierte Spiritual Care in Palliative Care

Die Fachgruppe Seelsorge von palliative ch hat 2019 das Grundlagendokument «Leitlinien Seelsorge als spezialisierte Spiritual Care in Palliative Care» publiziert (20 Seiten). Die Leitlinien wollen sowohl seelsorgeintern als auch interprofessionell das Seelsorgeverständnis in Palliative Care transparent machen. Die Erfahrung zeigt, dass Gesundheitsfachleute oft nicht genau wissen, wie Seelsorge arbeitet. Die Standards reagieren auch auf die neuen Rahmenbedingungen, in denen Seelsorge in der Palliative Care heute tätig ist, sowie auf die Entwicklung der Spiritual Care, welche die Seelsorge herausfordert, ihren spezifischen Beitrag und ihre Professionalität im Gesundheitswesen aufzuzeigen. Die Standards sind somit ein Dokument, das die interprofessionelle Zusammenarbeit und die Einbindung der Seelsorge in palliativen Einrichtungen fördert und die religiösen wie spirituellen Anliegen Betroffener ebenso stärkt wie die Angebote der Seelsorge. (Steuerungsgruppe der Fachgruppe Seelsorge)

Spiritual Care in Palliative Care – Leitlinien zur interprofessionellen Praxis

Die Task Force Spiritual Care von palliative ch hat 2018 das Grundlagendokument «Spiritual Care in Palliative Care – Leitlinien zur interprofessionellen Praxis» publiziert (24 Seiten). Die Leitlinien sind vom Anliegen inspiriert, die Integration von Spiritual Care im schweizerischen Gesundheitswesen und insbesondere in der Palliative Care zu fördern. Die Leitlinien beschränken sich auf den Bereich interprofessioneller Spiritual Care im Kontext von Palliative Care. Sie konzentrieren sich auf die Aufgaben, welche die im Bereich Palliative Care tätigen Professionen miteinander verbinden. (Task Force Spiritual Care)

Erläuterungen zu den neuen Leitlinien: Simon Peng-Keller hat für die Zeitschrift palliative ch einen Artikel geschrieben, der den Entstehungsprozess und die Grundgedanken der neuen Leitlinien beleuchtet. In der Spiritual Care sind zwei Leitunterscheidungen zu beachten, einerseits zwischen gemeinsamen und professionsspezifischen Aufgaben, andererseits zwischen gesundheitsberuflicher und seelsorglicher Spiritual Care. (Zeitschrift palliative ch, Nr. 2019-2, S. 36–39)

 


 

Ein Blog-Beitrag über Spiritual Care

«Spiritual Care – Risiken und Nebenwirkungen»: Im Blog www.diesseits.ch der Reformierten Kirche des Kantons Zürich schreibt die Spitalseelsorgerin Barbara Oberholzer über Spiritual Care (22. Okt. 2016).

Themenheft «Spiritual Care» des Schweiz. Ref. Pfarrvereins

«inter pares» heisst die vierteljährliche Zeitschrift des Schweiz. Ref. Pfarrvereins. Die Nummer 2015-4 ist dem Thema «Spiritual Care» gewidmet. Sie enthält Beiträge von François Rosselet (Koordinator der Spitalseelsorge im Kanton Waadt), Isabelle Noth (Professorin für Praktische Theologie, Universität Bern) und Matthias Hügli (Beauftragter für Kirchenbeziehungen, Schweiz. Evang. Kirchenbund). Download als PDF

Grundlagendokument: Bigorio-Empfehlungen 2008

Bigorio 2008: Empfehlungen zu Palliative Care und Spiritualität
Konsens zur «best practice» für Palliative Care in der Schweiz
Dazu die Zeitschrift palliative-ch, Nummer 01/2010
Die französische Originalfassung: Bigorio 2008, Recommandations Soins Palliatifs et Soins Spirituels

Ein Kontroverse über Spiritual Care und Seelsorge:

Die spirituelle Dimension braucht Raum: Eine Handreichung zum Erkennen und Beachten spiritueller Bedürfnisse alter Menschen in Abhängigkeit (Schweiz. Gesellschaft für Gerontologie, Bestellformular)

Raum für das Unfassbare: Spirituelle Vorstellungen von Pflegefachleuten (Christoph von Dach, Artikel über seine Master-Thesis, in: Krankenpflege 12/2013)

Spiritual Care: Thesen für die interprofessionelle Zusammenarbeit (Eckhard Frick, Referat am Universitätsspital Zürich, 8. Nov. 2013)

"Es ist wichtig, heikle spirituelle Themen anzusprechen"
Wie steht die kirchliche Spitalseelsorge zum Konzept Spiritual Care?
Ein Gespräch mit Claudia Graf und Claudia Jaun
(Reformierte Presse, 11. Januar 2013)

Spiritualität in der Pflege (DRS2, Perspektiven, 24. Juni 2012)
(Radiosendung als MP3, 13 MB)

Artikel über "Neurotheologie":
Neurotheologie reloaded (Thomas Knecht, ZOOM Spital Thurgau 2011)
Neurotheologie – empirische Forschung an der Nahtstelle zwischen Wissen und Glauben (Thomas Knecht, Schweizerische Ärztezeitung 2012)
Kommentar zum Artikel (Jürg Kesselring, Schweizerische Ärztezeitung 2012)

Spiritualität – ein Thema in der Pflege

(Ueli Gerber, CAS Abschlussarbeit 2011)

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