Íkumenische Jahrestagung 2016 in Quarten

Ökumenische Jahrestagung 2016
der evangelischen und katholischen Vereinigungen
der Spital- und KrankenseelsorgerInnen
der deutschsprachigen Schweiz

Datum: Montag/Dienstag, 29./30. August 2016
Ort: Bildungszentrum Neu-Schönstatt, Quarten SG

Thema: «Ins Buch des Lebens geschrieben … und dokumentiert»

Programm der Tagung als PDF 

Mit theologischen und organisatorischen Fragen rund um das Thema Dokumentation setzten wir uns an der ökumenischen Tagung vom 29. und 30. August 2016 in Quarten auseinander.

Was halten wir von unseren Seelsorge-Begegnungen fest? Was tauschen wir mit den Kolleginnen und Kollegen im Seelsorge-Team aus? Was geben wir weiter ins interprofessionelle Team – mündlich, schriftlich, elektronisch?

Unsere Vereinigungen haben in Zusammenarbeit mit der theologischen Hochschule Chur (THC) und der Universität Zürich ein Forschungsprojekt zu seelsorgerlichen und ethischen Aspekten von Dokumentation lanciert. Anlässlich der Tagung hörten wir erste Erkenntnisse dazu und reflektieren und diskutieren sowohl unsere eigene Dokumentationspraxis als auch verschiedene Dimensionen der Thematik.

«Buch der Tagung»

Im «Buch der Tagung» wurden Eindrücke von der Tagung, den Referaten und den Workshops handschriftlich festgehalten. 

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Drei Thesen

Eine inhaltliche Nachlese in Form von drei Thesen zur Anregung weiterer Diskussionen:

1. Dokumentation ist für professionelle Spitalseelsorge unerlässlich. Es gilt zu unterscheiden zwischen der

A. persönlichen Dokumentation als Notwendigkeit der einzelnen Seelsorgenden;
B. teaminternen Dokumentation von Seelsorgenden untereinander;
C. offiziellen Dokumentation im interprofessionellen Team.

2. Insbesondere die Punkte A und B dienen der eigenen Sprachfähigkeit und der persönlichen Psychohygiene sowie der Sicherung einer Kontinuität von seelsorgerlichen Begleitungen, die nicht von der Gedächtnisleistung abhängig gemacht werden sollte.

3. Insbesondere Punkt C tangiert das Seelsorgegeheimnis und wird unter der aktuellen Gesetzeslage (StGB § 321) weitgehend verunmöglicht. Hier besteht dringender Klärungsbedarf. Die Tagung hat deutlich gemacht, dass dieser Diskurs nicht Juristinnen und Juristen überlassen werden darf. Die Spitalseelsorgenden sollen nicht mit dem Rücken zur Wand argumentieren, sondern es gilt, aus seelsorgerlicher und theologischer Perspektive gemeinsam nach praktikablen Lösungen zu suchen.

Referate

Prof. Dr. Eva-Maria Faber (Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie, Prorektorin der THC): «Ins Buch des Lebens geschrieben: Spitalseelsorgerliche Begleitung von Identitätsarbeit in Krankheitssituationen und Chancen und Grenzen ihrer Dokumentation»

PD Dr. Bianka Dörr (Juristin an der Universität Luzern, Co-Projektleiterin des Nationalfonds-Forschungsprojekts Selbstbestimmung am Lebensende im Schweizer Recht): «Seelsorgegeheimnis und Dokumentation – Rechtliche Grundlagen und Herausforderungen»

Prof. Dr. Simon Peng-Keller (ao. Professor für Spiritual Care an der Universität Zürich): «Vertrauensfragen. Theologische Überlegungen zum Seelsorgegeheimnis im Horizont interprofessioneller Spiritual Care»

Workshops

  • Prof. Dr. Simon Peng-Keller: Vertiefung des Referats
  • Pascal Mösli (Beauftragter Spezialseelsorge und Palliative Care der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn): «Ausgewählte Beispiele zur Dokumentation von Seelsorge-Begegnungen im nationalen und internationalen Vergleich»
  • Thomas Wild (Co-Leiter der Seelsorge im Inselspital Bern): «Dokumentation im interprofessionellen Diskurs und in der praktischen Zusammenarbeit»
  • Karin Klemm (kath. Seelsorgerin Kantonsspital Baden, Supervisorin CPT): «Wie viel gemeinsames Erinnern verlangt die professionelle Psychohygiene?»
  • Susanna Meyer Kunz (ref. Seelsorgerin Kantonsspital Graubünden): «Praxis des Erinnerns. Gedenkkultur in Institutionen – Rituale und Symbole. Ein Erfahrungsaustausch»
  • Ulrich Gurtner (ref. Seelsorger Spital SRO Langenthal): «Was ich persönlich festhalte: Notizen als Reflexion der Beziehung» – Präsentation als PDF

Schlussrunde

Zusammenfassung der Schlussrunde (von Urs Walter)
  • Rückblick der Workshopleitenden
  • Votum von Rita Famos
  • Schlusswort von Eva-Maria Faber

Literaturhinweise

Aufsätze von Prof. Dr. Magdalene Frettlöh:

  • «Ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben». Zur Bedeutung der biblischen Metapher vom "Buch des Lebens" für eine entdualisierte Eschatologie, in: Alles in allem. Eschatologische Anstöße. J. Christine Janowski zum 60. Geburtstag, hg. von Ruth Heß und Martin Leiner, Neukirchen-Vluyn 2005, 133–166.
  • Buch des Lebens. Zur Identifikation und vieldeutigen Aktualität einer biblischen Metapher, in: Fragmentarisches Wörterbuch zur biblischen Exegese und christlichen Theologie, hg. von Kerstin Schiffner, Klaus Wengst und Werner Zager, Stuttgart 2007, 58–71.

Vorbereitungsteam: Claudia Graf und Saara Folini

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