Rechtsgrundlagen für die Spitalseelsorge

Kanton Bern

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Kriterien für qualitativ gute und wirtschaftlich erbrachte Spitalleistungen in der Verordnung zum Spitalversorgungsgesetz näher konkretisiert. Diese neue Verordnung behandelt im Artikel 15 die Spitalseelsorge:

  • Art. 15a (neu) Die Listenspitäler stellen pro 33 Vollzeitstellen im Pflegebereich mindestens zehn Stellenprozent in der Seelsorge sicher.
  • Sie können die Spitalseelsorge gemeinsam mit einem in der Nähe gelegenen Listenspital sicherstellen, wenn sie in ihrem Betrieb weniger als 1,5 Vollzeitstellen in der Seelsorge erreichen.
  • Art. 15b (neu) Die Listenspitäler gewährleisten durch geeignete Massnahmen allen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen unabhängig von ihrer Religion den Zugang zu seelsorglichen Leistungen.

Das bedeutet, dass alle Spitäler, damit sie die Leistungsaufträge erhalten, selber Spitalseelsorge einrichten und finanzieren müssen. Dies ist bei vielen Spitälern noch nicht der Fall. Die Grundlage für die Bemessung der personellen Ressourcen der Spitalseelsorge im jeweiligen Spital wird im Artikel 15a festgelegt. Die Verordnung tritt auf den 1. Dezember 2015 in Kraft.

Dokumente: Vollständiger Text der Verordnung; Vortrag zur Teilrevision der Verordnung.

www.spitalseelsorge-bern.ch

 LITERATUR 

Neu Spitalseelsorge in einer vielfältigen Schweiz: Interreligiöse, rechtliche und praktische Herausforderungen, Zürich 2018, Schulthess (Hrsg. René Pahud de Mortanges, Hansjörg Schmid, Irene Becci; Publikation zur Tagung vom 18. Mai 2016 in Fribourg)

Vor welchen Herausforderungen steht die Spitalseelsorge in der Schweiz angesichts der religiösen Pluralisierung der Gesellschaft und der Entwicklung einer religionsübergreifenden Spiritual Care? Wie wird Seelsorge in nichtchristlichen Religionen verstanden und wie wird sie heute in Spitälern praktiziert? Welche Erfahrungen bestehen im Umgang mit Spiritualität in der Palliativmedizin? Und wie muss das kantonale Spitalseelsorgerecht fortentwickelt werden, um faire Rahmenbedingungen für die genannten Entwicklungen zu bieten? Im vorliegenden Band geben Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und Seelsorger mehrerer religiöser Traditionen Antworten auf diese Fragen.

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft veranstaltete am 18. Mai 2016 eine zweisprachige und interdisziplinäre Tagung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Religionsrecht der Universität Freiburg und dem Institut de sciences sociales des religions contemporaines der Universität Lausanne.


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