Klinikseelsorge und Dokumentation

In Kooperation mit der Theologischen Hochschule Chur haben die beiden Spitalseelsorge-Vereinigungen ein Forschungsprojekt zum Thema Dokumentation initiiert. In der Aktennotiz eines ersten Treffens vom 7. Oktober 2013 steht dazu: «Anwesend: Claudia Graf, Lea Siegmann, Birgit Jeggle-Merz, Eva-Maria Faber. Es wird eine mögliche Kooperation für ein Forschungsprojekt ins Auge gefasst, das Claudia Graf mit fünf anderen Spitalseelsorgenden angedacht hat. (…) Claudia Graf und Lea Siegmann können als Projektverantwortliche fungieren, insbesondere was die Datenerhebung angeht, aber keine Projektleitung gewährleisten. Gerade deswegen besteht Interesse an einer Kooperation mit der Theologischen Hochschule Chur, die ihrerseits Interesse an einem Forschungsprojekt im Bereich Spitalseelsorge hat, selbst aber nicht über die empirische Basis dafür verfügt. Gemeinsame Basis des Projektes ist somit das gemeinsame Interesse und die gegenseitige Angewiesenheit von zwei Seiten, die einerseits Praxiserfahrung inkl. wissenschaftliche Reflexionskompetenz und -erfahrung und andererseits theoretische Fundierung und strukturelle Unterstützung beisteuern können.»

2014 fand in Chur ein Workshop statt, an dem als Gäste u. a. der Hämatologe Prof. Dr. Walter Wuillemin und der Pflegeexperte Dieter Gralher teilnahmen. Seitens der Theologischen Hochschule Chur stieg neben der Dogmatikerin und Prorektorin Eva-Maria Faber und der Praktologin und Studiendirektorin Birgit Jeggle-Merz auch der Ethiker Hanspeter Schmitt ein. Die Spitalseelsorge-Vereinigungen waren durch Lea Siegmann, Claudia Graf, Pascal Mösli und Saara Folini vertreten. Als exemplarisches Forschungsthema kristallisierte sich die Dokumentation heraus.

In einer Projektskizze heisst es dazu: «Wir gehen davon aus, dass die Dokumentation klinischer Seelsorgeprozesse bedeutsam ist:

  • um die Qualität von Seelsorgeprozessen zu sichern;
  • um die Supervision individuellen seelsorglichen Handelns zu ermöglichen;
  • um den intra- wie interprofessionellen (!) Austausch zu Gunsten der Patienten zu unterstützen;
  • um die Etablierung der Klinikseelsorge im Rahmen institutioneller Standards zu fördern.

In Frage steht das Wie solcher Dokumentationen, und von dieser Frage ausgehend entwickelten wir das Design unserer Forschung.»

Zunächst konnte Pascal Mösli dank einer Anstellung durch die Theologische Hochschule Chur die Projektleitung übernehmen. Dann stieg Simon Peng-Keller ins Projekt ein. Die Forschungsarbeit wird nun an seiner Professur für Spiritual Care an der Theologischen Fakultät Zürich und am Lehrstuhl für Theologische Ethik der Theologischen Hochschule Chur durch zwei Forschungsteams verantwortet. Die beiden Forschungsteams werden durch eine interdisziplinäre Projektgruppe unterstützt, welchen neben Lehrstuhlinhabern der beiden Fakultäten (Prof. Dr. Eva-Maria Faber, Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz, Prof. Dr. Ralph Kunz) auch Vorstands-Mitglieder der evangelischen und katholischen Spitalseelsorge-Vereinigungen angehören (Dr. theol. Claudia Graf, lic. theol. Saara Folini-Kaipainen).

Im März 2017 hat der Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds SNF das Finanzierungsgesuch bewilligt. Damit kann das für die Zukunft der Spitalseelsorge essenzielle Forschungsprojekt nun starten.

Claudia Graf, April 2017

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Ausschreibung einer Promotionsstelle

Neu An der Theol. Fakultät der Universität Zürich wird eine Promotionsstelle für das SNF-Forschungsprojekt «Dokumentation klinischer Seelsorge im Horizont interprofessioneller Spiritual Care» ausgeschrieben. Die Stelle ist der Professur für Spiritual Care von Prof. Dr. Simon Peng-Keller angegliedert (Beschäftigungsgrad 60% für 3 Jahre, Beginn 1. Jan. 2018 oder nach Vereinbarung, Bewerbungsfrist bis 31. Aug. 2017).

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