Lebensende

Synthesebericht zum NFP 67 «Lebensende»

Zum Nationalen Forschungsprogramm NFP 67 «Lebensende» ist am 22. Nov. 2017 der Synthesebericht erschienen. Er fasst aus der Sicht der Leitungsgruppe die Ergebnisse von 33 Forschungsprojekten zusammen, an denen von 2012 bis 2017 gearbeitet wurde. Unter dem Grundsatz «Würdiges Sterben als gesellschaftliches Ziel anerkennen» macht der Bericht eine Auslegeordnung von Themen, die vor allem im Bereich der Palliative Care aktuell sind. Die Schlussfolgerungen werden in elf Impulsen formuliert:

  1. Koordinierte und kooperative Versorgung fördern
  2. Für die bestmögliche Lebensqualität Sterbender sorgen (auch mit psychosozialer und spiritueller Begleitung)
  3. Medizinethische Grundsätze durchsetzen (Einbezug der betroffenen Person bei Lebensende-Entscheidungen)
  4. Koordination und Kommunikation in Spitälern verbessern
  5. Auf die Bedürfnisse besonders vulnerabler Sterbender eingehen (Kinder, Jugendliche, Frühgeborene, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen)
  6. Die Bedeutung der Arbeit pflegender Angehöriger anerkennen und ihre Bedürfnisse erkennen
  7. Ein Monitoring der Entscheidungen und Praktiken am Lebensende etablieren (inkl. assistierter Suizid)
  8. Klärung grundlegender Kriterien des Erwachsenenschutzrechts (Überarbeitung des Erwachsenenschutzrechts zu den Themen Urteilsunfähigkeit, mutmasslicher Wille, tiefe Sedierung)
  9. Das offene Gespräch über Sterben und Tod im klinischen Alltag und in Heimen fördern
  10. Umfassende Versorgung am Lebensende stärken
  11. Forschung am Lebensende anerkennen und etablieren

Drei Forschungsprojekte hatten einen Bezug zu Seelsorge und Spiritual Care:

Gian D. Borasio u. a. «Lebenssinn, Spiritualität und Wertvorstellungen bei Menschen am Lebensende»: Lebensqualität ist zu einem grossen Teil von nicht-körperlichen Faktoren abhängig. Zum Lebenssinn tragen vor allem die Familie und soziale Beziehungen bei, weniger stark auch die Freizeit und die Spiritualität.

Pierre Bühler u. a., «Imagination und Kommunikation des Vertrauens am Lebensende»: Simon Peng-Keller hat an dieser Studie massgeblich mitgearbeitet. Sie plädiert dafür, dem bildhaften Erleben und der symbolischen Kommunikation von Sterbenden in einer validierenden Haltung zu begegnen.

Dorothea Lüddeckens u. a., «Alternative Religiosität und deren Konsequenzen am Lebensende»: Gewisse Personengruppen setzen in Spiritual Care und Sterbebegleitung vorwiegend auf Elemente, die aus der Esoterik und der Komplementärmedizin stammen.

Der Synthesebericht kann als PDF (7 MB) heruntergeladen werden: www.nfp67.ch

Zu jedem Projekt gibt es eine Homepage: www.nfp67.ch > Projekte. Hier findet man jeweils eine Zusammenfassung der Ergebnisse als PDF.


 VERANSTALTUNGEN 

Frühstgeborene am Lebensende: Symposium am 21. April 2017 in Zürich. Mit interdisziplinären Beiträgen an der Schnittstelle von Medizin, Ethik und Recht wird das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln behandelt. – Bericht über das Symposium mit Zusammenfassungen der Referate

Das gute Sterben: Gesellschaftliche Vorstellungen und Ideale. Fünfte öffentliche Dialogveranstaltung im Rahmen des NFP 67 (8. Dez. 2016 in Bern)

Suizidbeihilfe: Praxis, Wertvorstellungen und Regelungen. Dialogveranstaltung im Rahmen des NFP 67

Forschende, die sich im Rahmen des Forschungsprogramms NFP 67 mit der Suizidbeihilfe auseinandersetzen, stellen ihre Resultate vor. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Sterbehilfeorganisationen und Ethikkommissionen kommentieren die Erkenntnisse im Hinblick auf den Handlungsbedarf für die Praxis und treten in einen Dialog mit den Forschenden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sind dazu eingeladen, sich am Dialog zu beteiligen.

Sterbennarrative. Hermeneutische Erkundungen des Erzählens am/vom Lebensende: Interdisziplinäre Forschungstagung 2016

Selbst- und Fremdbestimmung am Lebensende: Wer entscheidet über das Sterben? Rechtliche und interdisziplinäre Perspektiven
Tagung der Universität Luzern 2015


 LITERATUR 

Entscheidungen am Lebensende bei geistiger Behinderung: Daniela Ritzenthaler-Spielmann ist Heilpädagogin und Ethikerin. In ihrer Dissertation hat sie untersucht, wie Entscheidungen am Lebensende zustande kommen, wenn es um Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung geht, die in einer sozialen Institution leben. – Flyer zum Buch – Homepage von Daniela Ritzenthaler: www.ethikbegleitung.ch

Bildhaftes Erleben in Todesnähe. Hermeneutische Erkundungen einer heutigen ars moriendi, hg. von Simon Peng-Keller und Pierre Bühler, Zürich 2014, TVZ (Tagung vom 23./24. Januar 2014)



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